Final Four in Finsterwalde – und diesmal soll der Pokal wirklich hierbleiben
Seid ihr bereit?
Am kommenden Wochenende blickt der Handball in Brandenburg nach Finsterwalde, wenn bei uns das Final Four des HVB-Verbandspokals ausgetragen wird. Für uns als BSV Grün-Weiß Finsterwalde ist das nicht nur organisatorisch eine schöne Sache, sondern vor allem eine riesige sportliche Chance. Denn nach dem vergangenen Jahr ist da noch eine Rechnung offen.
Damals standen wir im Finale, waren ganz nah dran – und mussten uns am Ende ausgerechnet gegen HV Grün-Weiß Werder II geschlagen geben. Platz zwei ist bekanntlich ganz nett, sieht in der Vita ordentlich aus und macht sich im Rückblick halbwegs vernünftig – aber wenn man so kurz vor dem Pokal steht, fühlt es sich trotzdem eher an wie ein sehr höflich verpackter Tritt gegen das Handballherz.
Deshalb ist die Ausgangslage in diesem Jahr klar:
Wir wollen den Pokal nach Finsterwalde holen.
Der Weg ins Final Four hatte dabei alles, was ein Pokalwettbewerb so braucht. In der 1. Pokalrunde musste unsere Mannschaft direkt zweimal ran. Aufgrund zahlreicher Ausfälle war früh Improvisation gefragt, Abläufe mussten angepasst und Spieler auf ungewohnten Positionen eingesetzt werden. Im ersten Spiel gegen Oberhavel legten wir zwar ordentlich los, verloren zwischenzeitlich aber etwas den Zugriff auf die Partie. Am Ende stand ein 21:21 da. Oder anders gesagt: Die Handbremse war noch nicht ganz gelöst.
Zum Glück blieb das nicht lange so. Im zweiten Spiel gegen den SV Eichstädt zeigte unsere Mannschaft ein ganz anderes Gesicht. Die Abwehr stand stabiler, das Umschaltspiel funktionierte besser und vorne wurde deutlich konsequenter abgeschlossen. Aus der angezogenen Handbremse wurde plötzlich Vollgas – und am Ende ein klares 30:15. Damit war der Einzug in die nächste Runde perfekt.
Im Achtelfinale hatten wir dann ein Freilos und konnten direkt ins Viertelfinale einziehen. Auch das nimmt man im Pokal natürlich gern mit. Man muss schließlich nicht jede Hürde mit Anlauf überspringen, wenn eine auch mal freundlicherweise beiseite geschoben wird.
Im Viertelfinale wartete mit der HSG RSV Teltow-Ruhlsdorf II ein Gegner, den wir aus dem Ligabetrieb nur zu gut kennen. Die Partie begann temporeich, wurde aber früh von einem bitteren Moment überschattet: Bereits in der 7. Minute verletzte sich unser Kapitän Eric Biele. Doch die Mannschaft zeigte genau in diesem Moment, was sie auszeichnet. Sie blieb ruhig, übernahm mehr und mehr die Kontrolle und setzte sich mit viel Einsatz, Spielfreude und offensiver Durchschlagskraft am Ende mit 39:33 durch. Wieder Final Four. Wieder Finsterwalde. Wieder dieses Kribbeln, das irgendwo zwischen Vorfreude, Anspannung und leicht erhöhtem Puls liegt.
Nun ist es also so weit:
Das Final Four findet erneut in Finsterwalde statt.
Und der Spielplan hat offenbar ein Faible für gute Geschichten. Im Halbfinale treffen wir am Samstag, 14. März 2026, um 15:00 Uhr auf den HV Grün-Weiß Werder II – also genau auf die Mannschaft, gegen die wir im vergangenen Jahr im Finale den Kürzeren gezogen haben. Sagen wir es mal so: Das Drehbuch hätte es kaum besser zuspitzen können. Wer auf Spannung steht, wird hier ziemlich sicher nicht enttäuscht.
Im zweiten Halbfinale stehen sich SSV Falkensee und 1. SV Eberswalde gegenüber. Am Sonntag folgen dann das Spiel um Platz 3 und das große Finale. Alles ist angerichtet für ein Wochenende, das Spannung, Emotionen und hoffentlich eine Halle verspricht, die vom ersten bis zum letzten Pfiff lebt.
Denn ein Final Four wird nicht nur auf dem Feld entschieden. Es lebt auch von der Atmosphäre auf den Rängen. Und genau deshalb brauchen wir euch.
Wir hoffen auf eine volle Halle, auf viele bekannte Gesichter, auf lautstarke Unterstützung und auf genau die Stimmung, die ein Heimturnier zu etwas Besonderem macht. Zusätzlich wartet am Wochenende ein Zuschauerwettkampf – also ist auch neben dem Spielfeld Einsatz gefragt. Wer schon immer der Meinung war, dass Anfeuern eine unterschätzte Höchstleistung ist, bekommt jetzt endlich die Chance, das offiziell zu untermauern.
Außerdem gibt es eine Fotobox, damit dieses Wochenende nicht nur in Erinnerung bleibt, sondern auch bildlich festgehalten werden kann. Ob Siegerpose, Fanbild oder das klassische „Wir wollten eigentlich nur kurz gucken und stehen jetzt seit vier Stunden in der Halle“-Foto – erlaubt ist, was gute Laune macht. Und weil man von Nervosität, Trommeln und Mitfiebern allein nur selten satt wird, gibt es natürlich auch einen Grillstand. Handball und Bratwurst – auf dieser Kombination wurden in Brandenburg schon deutlich schlechtere Wochenenden aufgebaut.
Wir wollen allen Fans, Helfern, Gästen und Handballfreunden ein unvergessliches Wochenende bereiten. Nicht nur mit spannenden Spielen, sondern mit echter Pokalatmosphäre, Emotionen und diesem besonderen Heimspielgefühl, das nur dann entsteht, wenn alle gemeinsam mitziehen.
Letztes Jahr waren wir schon ganz nah dran.
Dieses Mal wollen wir den letzten Schritt gehen.
Final Four in Finsterwalde. Heimhalle. Heimfans. Heimvorteil.
Jetzt liegt es an uns allen, gemeinsam dafür zu sorgen, dass der Pokal diesmal nicht nur zu Besuch ist, sondern hierbleibt.
Und vielleicht entsteht dann am Ende auch genau das Bild, das wir alle sehen wollen:
strahlende Gesichter, grün-weiße Hände am Pokal und ein Happy End in Finsterwalde.
Also kommt in die Halle, unterstützt unsere Jungs und macht Finsterwalde an diesem Wochenende zum lautesten Handballort Brandenburgs.
Auf geht’s, BSV!
Verfasst von: Maik Hielscher