1. Männer: Torfestival in Belzig

Märkischer BSV Belzig – BSV Grün-Weiß Finsterwalde 30:42 (16:25)

Nach dem Heimsieg in der Vorwoche gegen Ahrensdorf/Schenkenhorst II war die Marschroute für den BSV Grün-Weiß Finsterwalde klar: Tabellenführung verteidigen, Punkte einpacken, ab nach Hause – und bitte ohne Nervenkitzel bis zur letzten Minute. Spoiler: spannend wurde es nur kurz.

Pünktlich um 16:00 Uhr pfiffen die Schiedsrichter Bellmann/Meister in der Albert-Baur-Halle an – und Finsterwalde war direkt auf Betriebstemperatur. Sauber organisiert und hellwach legten die Gäste einen 3:0-Lauf hin. Belzig schüttelte sich kurz, fand schnell ins Spiel zurück und stellte in der 7. Minute auf 4:4. Das war jedoch der letzte Moment, in dem die Partie nach „offenem Schlagabtausch“ aussah. 

Denn danach schaltete Finsterwalde einen Gang hoch – beziehungsweise gleich zwei. Über die Stationen 5:10 (11.) und 10:17 (20.) setzten sich die Grün-Weißen Stück für Stück ab, bis zur Pause stand ein deutliches 16:25 auf der Anzeigetafel. Ein wesentlicher Grund: Chris Müller im Tor, der wieder einmal einen dieser Tage erwischte, an denen der Ball scheinbar freiwillig zu ihm fliegt. Rückhalt? Eher Betonmischer. 

In der Kabine wurde trotzdem der Zeigefinger gehoben: Führung hin oder her – Belzig würde alles versuchen, die ganz große Klatsche zu verhindern. Also: Fokus behalten, Tempo weiterfahren, keine Geschenke verteilen.

Gesagt, getan. Finsterwalde blieb konsequent, spielte weiter mit viel Tempo nach vorn und baute den Vorsprung in Halbzeit zwei sogar noch aus. Und dann kam der Moment, auf den manche Teams insgeheim mehr hinfiebern als auf den Sieg: Leon-Phil Steurich markierte das 40. Tor – sehr zur Freude der Mannschaft. Die Konsequenz ist ebenso traditionsreich wie unumstößlich: Zum nächsten Heimspiel gibt’s Kuchen.

Am Ende stand ein verdientes 30:42 – ein wildes, schnelles Spiel mit klarem Fokus aufs Tempospiel, bei dem der Sieg zu keiner Zeit ernsthaft gefährdet war und Finsterwalde die Partie komplett ohne Führungswechsel durchzog. Besonders erfreulich: Alle Feldspieler trugen sich in die Torschützenliste ein, dazu viele Wechsel auf allen Positionen – Teamleistung in Reinform. 

Spieler des Spiels: völlig zurecht Torhüter Chris Müller.

Es spielten: Müller, Hielscher (beide Tor)
Grötzsch (7), Kaßner (1), Langer (1), Böhm (4), Schmidt (1), Dürrwald (1), Beyer (9), Lode (2), Kloppe (2), Steurich (3), Bergener (4), Ohme (7)

Verfasst von: Maik Hielscher